Herr Hager, auf ein Wort – zum Thema Sport (Teil 2).

Der zweite Teil des Sport-Interviews mit Gert Hager beschäftigt sich mit dem Individualsport in Pforzheim, dem Stadionneubau im Brötzinger Tal und der Pforzheimer Bäder- und Sporthallensituation. Lesen Sie hier den ersten Teil des Interviews zum Thema Sport.

Initiative Pforzheim: Ab wann stehen die Sport- und Fitnessgeräte im Enzauenpark für die Öffentlichkeit zur Verfügung?

Gert Hager: Sobald der Rasen um die Geräte herum angewachsen ist, können die Geräte freigegeben werden. Die beleuchtete Laufstrecke ist bereits in Betrieb.

Initiative Pforzheim: Ist daran gedacht, weitere Angebote im Freien an anderen Stellen in der Stadt zu schaffen?

Gert Hager: Dies ist wünschenswert, kann derzeit aber nur mit Sponsorenmitteln verwirklicht werden. Daran arbeiten wir. Je nach Akzeptanz und Nutzung der Geräte im Enzauenpark könnte eine Entwicklung auch an anderer Stelle sinnvoll sein – zur Planung von Ort und Ausstattung würden wir selbstverständlich den Sport, aber auch die Sozialräume, Familien und Institutionen beteiligen.

Initiative Pforzheim: Wann wird das Stadion im Brötzinger Tal fertiggestellt?

Gert Hager: Anfang April soll der Gemeinderat den Beschluss fassen für den Bau der Tribüne und eines separaten Funktionsgebäudes. Auch wenn dies spürbar teurer wird, als die ursprünglich angedachte Generalsanierung der Tribüne, so ist dies doch eine lohnende Investition in die Zukunft. Danach liegt es am Verein, dies umzusetzen, denn er ist der Bauherr und nicht die Stadt. Wenn alles so klappt wie geplant, kann das Stadion bis Ende 2018 fertig werden.

Initiative Pforzheim: Was werden Sie als Oberbürgermeister tun, dass es bei einem neuen „Pforzheimer Bäderkonzept“ zu keinen planerischen und baulichen Verzögerungen kommt. Oder gar eine Zeit ganz ohne Bad (Emma-Jäger-Bad geschlossen) entsteht?

Gert Hager: Dies ist ein schwieriges Thema: ein neues großes Bad benötigt vom Planungsbeginn bis zur Fertigstellung 4 – 5 Jahre. Die prognostizierte restliche Laufzeit für das Emma-Jäger-Bad reicht wohl nicht aus, um einen solchen Zeitraum zu überbrücken. Deshalb ist von Seiten der Verwaltung angedacht, den ohnehin notwendigen Neubau des Bades in Huchenfeld in einem beschleunigten Verfahren rasch umzusetzen und das alte Bad noch einige Zeit parallel weiter zu führen.

Außerdem wird auf mein Betreiben hin in den nächsten Wochen untersucht, wie und ob die neuen Teile des Emma-Jäger-Bades (ehemaliges Solebecken, Freibecken, Planschbecken, Whirlpools) in Verbindung mit der intakten Sauna weiterbetrieben werden können. Im Übrigen stehen auch die Bäder in Eutingen und in der Fritz-Erler-Schule ebenso uneingeschränkt zur Verfügung wie auch das Lehrschwimmbecken in der Konrad-Adenauer-Schule.

Natürlich müssen jetzt im Gemeinderat bis zur Sommerpause Entscheidungen fallen – auch zu einem möglichen neuen Emma-Jäger-Bad und dessen Standort. Generell weiß ich die Bäderkonzeption beim zuständigen Ersten Bürgermeister Dirk Büscher in den besten Händen. Er treibt die Dinge voran und unterrichtet mich regelmäßig.

Initiative Pforzheim: Gibt es ein Sanierungsprogramm für die städtischen Sporthallen?

Gert Hager: Fast alle Hallen in Pforzheim sind in einem befriedigenden bis überwiegend guten Zustand. Durch die Stadt wurden mehrere Hallen in den letzten Jahren saniert bzw. neu gebaut. Deshalb ist ein generelles Sanierungsprogramm nicht notwendig. Einzelne Bereiche müssen noch begutachtet werden, z.B. bei den Insel-Schulen: hier ist generell zu überlegen wie es auf dem Schulareal weitergehen soll – davon ist dann auch die Sporthalle betroffen.

Initiative Pforzheim: Herr Hager, wir bedanken uns für das Interview.

Herr Hager, auf ein Wort – zum Thema Sport (Teil 1).

Die Initiative Pforzheim hat weitere Fragen von Bürgerinnen und Bürgern zum nächsten Themenblock gesammelt – dem Sport in Pforzheim. Lesen Sie hier den ersten Teil unseres Interviews mit Ihren Fragen und den Antworten von OB-Kandidat Gert Hager:

Initiative Pforzheim: Gibt es in der Innenstadt ausreichend Sportangebote für Kinder und Jugendliche?

Gert Hager: Es gibt viele Möglichkeiten in der Innenstadt – ich spreche hier lieber von der Kernstadt – Sport zu treiben. Natürlich ist hier ein Sportverein erster Ansprechpartner und es gibt in der Kernstadt nach wie vor mehrere Sportvereine mit einem großen Angebot. Allerdings leiden gerade die Vereine in der Kernstadt erheblich an Mitgliederschwund; dies bedeutet, dass sie die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen – insbesondere mit Migrationshintergrund – nicht mehr hinlänglich erreichen.

Dem wollen Stadt und Sportkreis zusammen mit den betroffenen Sportvereinen entgegen wirken, indem aktuell gemeinsam Modelle entwickelt werden, wie diese Teile der Stadtgesellschaft besser angesprochen werden können als bisher. Außerdem gibt es zahlreiche Projekte wie die „Bolzplatzliga“, „Sport hilft“ mit zusätzlichen Sportangeboten an den Schulen oder „Sport um Mitternacht“ von der Jugendarbeit des Stadtjugendrings. Angebote sind genügend vorhanden – nur müssen in Zukunft Anbieter und potentielle Nutzer vielleicht noch besser zusammengebracht werden. Das ist auch im Interesse der Stadt.

Initiative Pforzheim: Wie kann das Thema „Bewegungsförderung in Kitas und Schulen“ mit Hilfe unserer Sportvereine weiter ausgebaut werden?

Gert Hager: Es gibt bereits heute vielfältige Kooperationsangebote wie z.B. „Sport hilft“ oder den Sporttag für Grundschulkinder, der vom Sportkreis angeboten wird. Auch in den Kitas gibt es sehr viele Bewegungs- und einfache Sportangebote, das gehört zum Bildungsplan.
Die Kooperation von Vereinen mit Schulen und Kitas funktioniert besonders in den Ortsteilen schon heute hervorragend. In der Kernstadt ist dies allerdings noch ausbaufähig. Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Problemen bei der Erreichung neuer Zielgruppen könnte hier eine ausgebaute Hauptamtlichkeit helfen. Deshalb habe ich mit dem Sportkreis verabredet, dass wir gemeinsam – Sport und Stadtverwaltung – ein Sponsoring-Konzept entwickeln, welches dies ermöglichen soll. Dies wird eine der Hauptaufgaben der nächsten Zeit sein.

Initiative Pforzheim: Wie ist die Stadt Pforzheim im Bereich Sporthallen aufgestellt?

Gert Hager: Sehr gut – in den letzten Jahren wurden zahlreiche Hallen neu gebaut wie z.B. die Sporthalle im Benckiserpark, die große Bertha-Benz-Halle oder in Kürze auch die Dreifeld-Halle an der Nordstadtschule. In Eutingen werden wir demnächst in Planungsgespräche gehen. Die Infrastruktur bei den Hallen ist in Pforzheim sowohl für den Schulsport als auch für die Vereine bestens.

Initiative Pforzheim: Warum müssen Sportvereine für die Nutzung von städtischen Sporthallen bezahlen?

Gert Hager: Die Sportvereine zahlen nur einen vergleichsweise geringen Teilbetrag, den größten Teil der Kosten übernimmt die Stadt. Und da kommt einiges zusammen: Kosten für den Bau einer Halle (eine einfache Dreifeld-Halle kostet 6 – 8 Millionen Euro), Nebenkosten wie Strom oder Duschwasser, Reinigungsdienste und nicht zu vergessen Personalkosten für die Hausmeister. Da kommen umgerechnet auf die Sportstunde hohe Beträge zusammen. Bewusst verlangt die Stadt von den Vereinen nur einen kleinen Anteil daran, weil wir wissen, dass die Vereine einen wertvollen Dienst für die Gesellschaft und für die Gesundheit leisten. Wenn nun auch noch Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund vermehrt erreicht werden, ist dies beste Integrationsarbeit.

Ich kann mir gut vorstellen, gerade für besondere Integrations- oder Inklusionsförderung im Kinder- und Jugendbereich auch noch mal die Gebühren anzuschauen.

Initiative Pforzheim: Erfährt die Sportentwicklung in der Stadt eine Fortführung im Dialog mit den Vereinen?

Gert Hager: Ja, mit dem Sportentwicklungsplan wurde dies begonnen. Auch wenn unter dem großen Sparzwang die dafür eingestellten Gelder gekürzt werden mussten, wird die Arbeit daran fortgeführt.

Hinzu kommen nun, wie beschrieben, Gesprächsrunden zur Mitgliedergewinnung für die Kernstadtvereine und für die Erarbeitung eines Sponsoring-Konzeptes. Es bewegt sich also sehr viel im und für den Sport.

Initiative Pforzheim: Welche Rolle nehmen Sportvereine in der Stadt ein und welche Bedeutung kommt diesen zu?

Gert Hager: Sie haben eine enorm wichtige Rolle für die Fitness und Gesundheit der Bürgerschaft. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren sehr viel investiert in die Erhaltung und den Ausbau der Sportanlagen. Aber auch die Integrationsarbeit welche in den Vereinen geleistet wird, darf keinesfalls unterschätzt werden. Deshalb werden wir auch mit dem Sportkreis über Verwendungsmöglichkeiten für die von Bund und Land angekündigten Integrationsmittel sprechen.

Außerdem spielen die sozialen Belange eine ganz wichtige Rolle. Fairer Wettbewerb, Teamgeist, Zusammenwirken mit anderen – all dies sind Stichworte, die in unserer vielschichtigen Gesellschaftsstruktur sehr, sehr wichtig sind. Dies gilt nicht nur für Pforzheim sondern bundesweit.

Herr Hager, auf ein Wort – zum Thema Wirtschaft (Teil 2).

Im zweiten Teil unseres Wirtschaft-Interviews mit Gert Hager gehen wir näher auf die Zukunft der Wirtschaft in Pforzheim ein, unter anderem zum Zusammenspiel mit der Hochschule und über das Ansinnen der Porsche AG zu einer Ansiedlung in Pforzheim. Den ersten Teil des Interviews lesen Sie hier.

Initiative Pforzheim: Wann werden Sie die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Enzkreis, IHK und Hochschule verbessern, zum Beispiel beim Zentrum für Präzisionstechnik?

Gert Hager: Gerade das Zentrum für Präzisionstechnik – kurz ZPT – ist ein herausragendes Beispiel für die Zusammenarbeit in der Region. Gemeinsam entwickelt mit der Hochschule, unter Beteiligung der Kammern, vor allem mit den angesprochenen Unternehmen und möglicherweise auch mit einer großzügigen Beteiligung des Enzkreises ist dies ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die Region in Zukunft agieren muss.

Weitere Beispiele wie Jobvermittlungsbörsen, Vermittlung von Praktika, Thesis-Arbeiten und vieles mehr gibt es bereits heute. Auch die Werkschau oder der gemeinsam getragene Werkstofftag sind wichtige Bausteine für die Entwicklung unserer Region.

Dies ist Gegenwart und nicht Zukunft! Ich spreche hier übrigens ganz bewusst von der Region. Die Stadtverwaltung unterscheidet bei ihren Aktivitäten nicht danach, ob ein Unternehmen in Pforzheim seinen Sitz hat oder aus der Region kommt – das ist unwichtig.

Initiative Pforzheim: Wie wollen Sie die Herausforderungen von “Industrie 4.0” in Pforzheim angehen und wann werden Sie auf die Hochschulabgänger beziehungsweise die Betriebe zugehen?

Gert Hager: Der datengetriebene Wandel in der Wirtschaft, der mit dem Begriff “Industrie 4.0” symbolisiert wird, ist nur ein Beispiel für die Zukunft unseres Wirtschaftslebens. Durch die neuen technologischen Möglichkeiten und die rasante Entwicklung im IT- und Medienbereich wird es immer mehr zu vernetzten Produktionsprozessen kommen. Nicht mehr – wie jahrzehntelang gewohnt – die Fertigung eines Einzelteils oder die Ausführung eines Arbeitsschrittes werden im Vordergrund stehen. Vielmehr werden sich unsere Unternehmen zu Systemlieferanten entwickeln. Dies ist ein weltweiter und nicht mehr umzukehrender Prozess.

Glücklicherweise haben dies schon sehr viele Unternehmen in unserer Region erkannt. Die Stadt unterstützt diesen Umbau der regionalen Wirtschaft bereits seit einigen Jahren sehr intensiv durch so genannte Cluster-Initiativen wie Hochform für die Metallindustrie oder durch den Aufbau des Netzwerks IT + Medien. Das ist also alles keine Zukunftsmusik, sondern wird bereits heute aktiv betrieben.

Initiative Pforzheim: Mit welchen konkreten Angeboten wollen Sie zeitnah jungen Existenzgründern in Pforzheim eine Chance eröffnen?

Gert Hager: Mit dem Innotec und dem Emma-Kreativzentrum gibt es bereits heute gut ausgelastete Gründerzentren, in denen Existenzgründer mit entsprechender Unterstützung ihre ersten Schritte machen können. Für die kreativen Berufe in Gestaltung und Design wird es mit dem in den nächsten Wochen fertiggestellten Alfons-Kern-Turm neue Möglichkeiten zur Präsentation geben.

Ebenso vermitteln wir über die Immobilienbörse der Wirtschaftsförderung geeignete Gewerbeflächen. Mit der intensiven Existenzgründungsberatung der Kammern arbeiten wir sehr gut und effizient zusammen.

Initiative Pforzheim: Sie arbeiten offensichtlich mit dem Gemeinderat zusammen die von der Bevölkerung abgestimmte Prioritätenliste des Masterplans ab. Sind durch den viel diskutierten Masterplan-Prozess positive Auswirkungen in der heimischen Wirtschaft festgestellt worden? Welche Vorteile hat Pforzheim durch die intensive Beteiligung der Bürger?

Gert Hager: Der Masterplan-Prozess hat zwei große Wirkungen: Zum einen wurden durch den Masterplan-Prozess sehr viele Bürgerinnen und Bürger für die Erfordernisse unserer heimischen Wirtschaft sensibilisiert. Vernetzte Wirtschaftssysteme im Sinne von “Industrie 4.0” gehören ebenso dazu wie gewaltige Anstrengungen zur Qualifizierung von Arbeitskräften. Die Arbeitslosigkeit ist unter anderem dadurch aktuell auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren zurückgegangen.

Zum anderen stelle ich fest, dass vielen Bürgerinnen und Bürgern stärker als früher sehr bewusst ist, dass wir alle Anstrengungen unternehmen müssen, um gute Rahmenbedingungen in unserer Stadt zu entwickeln. Als Beispiele seien da neue Gewerbegebiete, ein Wohnstrukturkonzept, die Innenstadt-Entwicklung aber auch große Investitionen in Bildung und Betreuung genannt. Außerdem ist durch den Masterplan-Prozess sehr deutlich geworden, wie all diese Strukturen zusammenhängen. Ein großer und sehr wertvoller Lernprozess für uns alle.

Initiative Pforzheim: Welche Vorschläge werden Sie der Bevölkerung vorlegen, um in Zukunft die Arbeit des Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) noch stärker auf das Kerngeschäft zu fokussieren?

Gert Hager: Das Kerngeschäft des WSP liegt schon heute in der aktiven Wirtschaftsförderung und im Tagungsgeschäft des touristischen Sektors. Die Wirtschaftsförderung ist sehr aktiv, um die Zusammenarbeit mit den Unternehmen unserer Region noch stärker zu intensivieren, sowie neue Unternehmen nach Pforzheim zu holen. Das City-Marketing und die Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel gehören dazu.

Bei der jetzt anstehenden Entscheidung, wie es mit dem Congresscentrum Pforzheim (CCP) weitergehen soll, favorisiere ich eindeutig einen Betrieb in städtischer Hand. Nur so können Tagungsgeschäft und touristische Aktivitäten sinnvoll miteinander verknüpft werden. Abgesehen davon hängt viel Herzblut der Bürgerschaft am CCP. Aus diesen Gründen schlage ich dem Gemeinderat den Erwerb des CCP und Weiterführung des CCP in städtischer Regie vor.

Im Umkehrschluss heißt das, dass Aufgaben auf den Prüfstand gehören, die nicht Kerngeschäft des WSP sind. Vieles ist historisch nur deshalb dem WSP zugewachsen, weil es politisch gewollt war und es innerhalb der Stadt keine andere Institution dafür gab. Als Beispiele nenne ich unseren “Gruschtelmarkt” und die St.-Maur-Halle. Beides ist wichtig für die Attraktivität unserer Stadt und auch für die Identifikation der Bürgerschaft mit Pforzheim. Aber warum sollen beide Einrichtungen in Zukunft unbedingt vom WSP betrieben werden müssen?

Es gibt genügend private Veranstalter, die den “Gruschtelmarkt” nach unseren Vorgaben in hoher Qualität und preisgünstig durchführen können.

Oder weiter: Muss die St.-Maur- Eislaufhalle, die im Sommer für mehrere Monate leer steht, unbedingt von einer Kommune betrieben werden? Ich meine: Nein. Deshalb wird der Verkauf geprüft. Natürlich unter der Auflage, dass im Winter weiterhin Eislaufbetrieb möglich sein muss.

Initiative Pforzheim: Es ist Ihnen gelungen, Porsche für Pforzheim zu gewinnen. Was kommt denn nun genau und was macht sie so sicher, dass es nicht wieder “versemmelt” wird wie die angedachte große Bosch-Ansiedlung vor einigen Jahrzehnten oder die durchaus mögliche Platzierung eines Daimler-Werkes für die A-Klasse?

Gert Hager: Die zukünftige Ansiedlung von Porsche und seinen Zulieferern ist eine großartige Chance für Pforzheim! So sieht es auch der weit überwiegende Teil der Bürgerinnen und Bürger. Es kann jetzt natürlich noch nicht gesagt werden, was ein Weltkonzern wie Porsche in sieben Jahren genau braucht – zu sehr ist die Welt des Automobils im Umbruch.

Zu diesem Ansiedlungsprojekt muss man wissen: Unternehmen wie Porsche werden sich technologisch stark verändern, zum Beispiel hin zur Elektromobilität. Mit “Industrie 4.0” werden sich aber auch die Produktionsprozesse in noch nicht vorstellbarer Weise verändern. Bereits heute wird sichtbar, dass in wenigen Jahren auch bei Porsche die Fertigungstiefe – also das was im Unternehmen selbst hergestellt wird – deutlich zurückgehen wird. Porsche selbst geht in naher Zukunft nur noch von einer Fertigungstiefe von 20 bis 25 % aus. Das heißt, dass der überwiegende Teil von Teilen von externen Herstellern zugeliefert wird – und zwar komplett in Systemen.

Das ist High-Tech, eine hochwertige Produktion. Genau das ist angedacht für Pforzheim. Manche mutmaßen, es käme Logistik auf großer Fläche mit wenig Arbeitsplätzen. Das ist grundfalsch. Mit Porsche bin ich einig, dass wir gute Produktion, möglicherweise kombiniert mit Forschung und Entwicklung, in unserer Stadt ansiedeln werden.

Diese Riesen-Chance dürfen wir nicht vertun, denn sie käme nie wieder. Hätten wir das damals von Bosch in Pforzheim geplante Werk mit mehreren tausend Arbeitsplätzen, bräuchten wir uns aktuell keine Sorgen zu machen. Sehr viele positive Rückmeldungen aus der Unternehmenslandschaft wie auch aus der Bürgerschaft machen mich sicher, dass Pforzheim dieses Mal den Fehler aus der Vergangenheit nicht noch einmal machen wird.

Mit der Vorstandschaft von Porsche bin ich einig, dass wir die Weiterentwicklung des Projekts für Pforzheim gemeinsam vorantreiben.

Initiative Pforzheim: Herr Hager, wir bedanken uns für das Interview.

Herr Hager, auf ein Wort – zum Thema Wirtschaft.

Zum Thema Wirtschaft haben uns in den letzten Tagen und Wochen aufgrund aktueller Entwicklungen eine Vielzahl an Fragen erreicht, die wir in unserem nächsten Interview an Gert Hager gestellt haben. Den ersten Teil dieses Interviews lesen Sie hier, der nächste Teil wird in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Initiative Pforzheim: Die Firma Hafner hat ihre Produktion in den Enzkreis verlagert. Dadurch sind Arbeitsplätze in der Stadt verloren gegangen. Wie hat sich das auf die Gesamtentwicklung und die Qualität der Arbeitsplätze in Pforzheim ausgewirkt?

Gert Hager: Es ist äußerst bedauerlich, dass die Fa. Hafner einen großen Teil ihrer Aktivitäten in den Enzkreis verlagert hat. Übrigens: Ein wichtiger Betriebsbereich befindet sich nach wie vor in Pforzheim, oben auf der Wilferdinger Höhe. Nach Aussage der Geschäftsführung soll dies auch so bleiben.

Die Gesamtzahl der Arbeitsplätze in Pforzheim hat dies nicht negativ beeinflusst: im Jahre 2009 waren es noch 48.000 Arbeitsplätze, aktuell sind es rund 56.000 – also im Saldo 8.000 mehr innerhalb von sieben Jahren! Dabei sind auch sehr viele hochwertige und zukunftsträchtige Arbeitsplätze, vor allem in der Metallindustrie und im Bereich der Informationstechnik (IT) und Medien entstanden.

Initiative Pforzheim: Sind durch die Verlagerung zum Beispiel von Hafner die Gewerbesteuereinnahmen insgesamt zurückgegangen? Wenn ja, wie wollen Sie gegensteuern?

Gert Hager: Die Gewerbesteuereinnahmen lagen nach der Jahrtausendwende jahrelang bei knapp 50 Millionen Euro pro Jahr. In den Jahren 2011 und 2012 konnten mit Sondereffekten auch mal 100 Millionen Euro eingenommen werden. Seither pendelt sich das Gewerbesteueraufkommen bei 75 bis 80 Millionen Euro ein. Der Einfluss des teilweisen Hafner-Wegzugs auf die Steuereinnahmen ist hier eher gering.

In den vergangenen Jahren machen sich aber leider vor allem im Finanzsektor deutliche Steuerertragsrückgänge bemerkbar – dies ist angesichts der Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank leider kein Wunder.

Wir benötigen auch in den kommenden Jahren weitere Unternehmensansiedlungen oder Erweiterungen von bereits hier ansässigen Firmen und damit auch noch mehr Arbeitsplätze. Hier stimmen mich unter anderem die zukünftigen Standort-Interessen von Porsche und die zeitlich wesentlich näher liegende Werks-Ansiedlung der Firma Rutronik sehr optimistisch. Aber auch von vielen Pforzheimer Unternehmen weiß ich, dass sie in den kommenden Jahren spürbar wachsen wollen. Insgesamt sind dies sehr positive Aussichten, die sich dann auch bei den Steuereinnahmen bemerkbar machen werden.

Initiative Pforzheim: Mit der Schmuckindustrie ist Pforzheim groß, weltbekannt und wohlhabend geworden. In diesem Jahr begehen wir das 250-jährige Jubiläum ihrer Gründung. Wer finanziert das Jubiläum? Hätte man mit dem Millioneneinsatz nicht besser zum Beispiel Kindertagesstätten bauen sollen?

Gert Hager: Mit diesem Jubiläum erzielen wir einen dreifachen Effekt: Pforzheim wird außerhalb ganz anders, intensiver und sehr viel positiver wahrgenommen als bisher. Das darf im harten Standortwettbewerb nicht unterschätzt werden. Außerdem gibt es uns die Möglichkeit, dies als Plattform für eine Ornamente II, III, IV etc. im 5-Jahres-Rhythmus zu nutzen. Damit können wir die Stärken Pforzheims anders und vor allem regelmäßiger zeigen als bisher. Und drittens hat dies auch eine Wirkung nach innen: in einer Stadt, in der bezogen auf 1960 nur noch 15 % der Bürgerschaft angestammt ansässig sind, führt dies auch zu einer ganz anderen Identifikation der Bürgerschaft mit Pforzheim als bisher – eine großartige Chance für unsere Stadtgesellschaft!

Es ist richtig – mit dem städtischen Anteil hätte man eine Kindertagesstätte bauen können – aber leider auch nur bauen. Nicht finanziert hätte man aber damit den Betrieb, der für eine größere Kindertagesstätte im Bereich von 500.000 Euro und mehr pro Jahr liegt. Insofern wären wir mit dem für das Schmuck-Jubiläum einmalig eingesetzten Geld nicht weit gekommen.

Allerdings ist auch klar, dass wir die notwendigen Betreuungsplätze auch neben dem Schmuck-Jubiläum schaffen werden: in den Jahren 2017 und 2018 werden knapp 500 zusätzliche Plätze geschaffen, die Planung bis 2020 sieht weitere rund 600 Plätze vor. Dies entspricht auch dem Alters-Aufwuchs der Kinder aus der enormen Zuwanderung der letzten 2 bis 3 Jahre.

Initiative Pforzheim: Womit wollen Sie Betriebe nach Pforzheim locken? Mit neuen Gewerbeflächen, mit einer umgebauten und attraktiveren Innenstadt? Was haben Sie vor?

Gert Hager: Um mehr Unternehmen nach Pforzheim zu holen oder ansässigen Firmen Möglichkeiten zur Erweiterung zu geben, brauchen wir geeignete Gewerbeflächen. Leider hat Pforzheim aufgrund der historischen Entwicklung nur halb so viel Gewerbefläche wie die vergleichbaren Städte Ulm, Heilbronn oder Reutlingen. Da müssen wir in Pforzheim einiges nachholen. Und das tun wir auch: derzeit befinden sich 2 große Gewerbegebiete mit zusammen rund 100 Hektar Fläche in der Entwicklung – das ist die Größenordnung, die wir für die nächsten 15 bis 20 Jahre benötigen.

Für die Wahrnehmung einer Stadt ist die Innenstadt entscheidend. Und da sieht es in Pforzheim derzeit leider nicht sonderlich gut aus. Während fast alle Städte um uns herum in ihre Innenstädte investiert haben, hat sich in Pforzheim in den letzten drei Jahrzehnten wenig bis nichts getan. Da müssen wir dringend rangehen, denn eine attraktive Innenstadt ist auch für die Gewinnung von Fachkräften und Wohnbevölkerung enorm wichtig.

Und es geschieht sehr viel: Das Sedan-Viertel ist fertiggestellt und wird sehr gut angenommen. Im kommenden Jahr wird die Fußgängerzone in der Innenstadt neu gestaltet und auch das große Projekt “Innenstadt-Ost” kommt gut voran.

Sowohl die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt als auch die Innenstadt-Entwicklung sind übrigens zwei von vier Oberzielen des mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelten Masterplans.

Initiative Pforzheim: Wollen Sie zukünftig die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft stärker ausbauen? Für welche heimischen Betriebe ist die Hochschule Pforzheim zukünftig von besonderem Vorteil?

Gert Hager: Früher wurde die Hochschule kaum wahrgenommen – weder in und von der Stadt, noch von den ansässigen Unternehmen. Das hat sich in den letzten Jahren deutlich zum Positiven verändert: unter anderem mit einem von der Stadt betriebenen Hochschul-Service gelingt es, Studenten und Absolventen an die Unternehmen unserer Region zu vermitteln. Ich habe den Eindruck, dass dies von Jahr zu Jahr mehr werden. Denn es erkennen viele, dass ein Berufseinstieg in einem mittelständischen Unternehmen viel gewinnbringender ist, als bei einem Großunternehmen der x-te Bewerber zu sein.

Mit dem Gründerzentrum Innotec und dem Emma-Kreativzentrum geben wir vielen Absolventen auch großartige Chancen, sich nach dem Studium hier in Pforzheim selbstständig zu machen. Daraus sind schon viele inzwischen namhafte Unternehmen mit zahlreichen Arbeitsplätzen entstanden.

Initiative Pforzheim: Wie wollen Sie erreichen, dass künftig mehr Hochschulabgänger in Pforzheim bleiben? Werden Sie Hochschuleinrichtungen in die City bringen und auch für ein stärkeres Kneipenleben im Zentrum sorgen?

Gert Hager: Der Hochschul-Campus befindet sich in erster Linie auf dem Berg beim „Wildpark“. Dies wird sich in den nächsten Jahren nicht ändern. Aber es gibt genügend andere Möglichkeiten.

Es fängt bereits bei der Einschreibung im ersten Semester an: durch aktive Ansprache und gute Wohnangebote gelingt es uns, von der früheren reinen “Pendler-Hochschule” wegzukommen. Zwischen 30 und 40 % der Studenten entscheiden sich heute für Pforzheim als ihren Erstwohnsitz, daran wird weiter gearbeitet. Durch die Vermittlung von Praktika und Thesis-Arbeiten in hiesigen Unternehmen, durch Job-Angebote und die Gründerzentren Emma und Innotec können wir mehr Absolventen eine lohnende Perspektive in Pforzheim geben. Diese Chance wird auch zunehmend genutzt.

Mit dem Alfons-Kern-Turm, der demnächst fertig wird, geben wir den Studenten der Gestaltungs- und Design-Fakultät wunderbare Präsentationsmöglichkeiten, die es so – ein echtes Unding – bislang nicht gab in unserer Stadt.

Aber auch beim studentischen Wohnen tut sich viel: es haben sich richtige Studentenviertel, beispielsweise in der Nordstadt entwickelt; auch das Projekt „Innenstadt-Ost“ wird sicherlich interessante und vor allem zentrale Möglichkeiten bieten. Es wird damit deutlich, dass die Stadt Pforzheim alles tut, um für Studenten während und nach ihrem Studium attraktiv zu sein.

Übrigens: Kneipen gibt es schon heute viele, in die Studenten gerne gehen. Das regelt natürlich der Markt und das kann eine Stadtverwaltung kaum direkt beeinflussen.

Zum zweiten Teil des Interviews zum Thema Wirtschaft.

Bericht zu den Stadtteilbegehungen in Büchenbronn und dem Arlinger.

Zu den ersten beiden Stadtteilbegehungen am gestrigen Donnerstag konnten wir rund 30 Bürgerinnen und Bürger begrüßen, die zusammen mit Mitgliedern unserer Initiative und OB-Kandidat Gert Hager einige Orte im Arlinger und in Büchenbronn besuchten.

Im Arlinger standen unter anderem der Arlinger-Brunnen, der Spielplatz auf dem Arlinger Plätzle und der Tunnel-Neubau für die Westtangente im Interesse. In Büchenbronn wiederum ist der Neubau des Feuerwehrhauses in der Aufmerksamkeit des Stadtteiles und die geplante Umgestaltung des Platzes um das dortige Rathaus.

Einen Bericht zu den Stadtteilbegehungen finden Sie auf der Website von Gert-Hager.de:

Die nächsten Termine finden Sie rechts in der Informationsspalte auf Initiative-Pforzheim.de.

Herr Hager, auf ein Wort – zum Thema Kitas und Schulen.

Initiative Pforzheim: Sehr geehrter Herr Hager, wir möchten Ihnen einige Fragen stellen, die wir in Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern zum Thema Kitas und Schulen gesammelt haben. Die erste Frage ist gleich ein Dauerbrenner, denn Kindertagesstätten sind für junge Familien sehr wichtig und derzeit ein knappes Gut. Kann die Stadt die derzeit noch fehlenden Kita-Plätze in absehbarer Zeit schaffen?

Gert Hager: Die Stadt wird in den Jahren 2017 und 2018 fast 500 weitere Plätze schaffen. In den letzten zwei bis drei Jahren ist, verursacht durch die Zuwanderungen, die Kinderzahl in Pforzheim sprunghaft angestiegen (ein Plus von 300 Kindern pro Jahrgang, also insgesamt 600 bis 900 Kinder). Deshalb arbeitet die Verwaltung seit längerem mit Hochdruck daran, die bis 2020 notwendigen weiteren, rund 600 Plätze zu schaffen. Dies geschieht in erster Linie in bewährter Zusammenarbeit mit den Baugesellschaften in Pforzheim.

Initiative Pforzheim: Gibt es in Pforzheimer Kitas ausreichend Sprachförderungsangebote?

Gert Hager: Die Sprachförderung ist ein ganz wichtiges Element der täglichen Arbeit in den Kitas. In den meisten Kitas sind deshalb zusätzliche Erzieherinnen im Einsatz, um Kinder mit Sprachdefiziten beim raschen Aufholen von Sprachkenntnissen zu helfen. Gerade im Kindesalter geschieht der Spracherwerb sehr einfach und spielerisch, dies nutzen wir sehr intensiv. Nur wer die Sprache gut beherrscht, wird sich auch gut in unsere Gesellschaft einbringen können.

Initiative Pforzheim: Fachkräftemangel ist beispielsweise in der Industrie ein großes Thema. Gibt es einen Fachkräftemangel auch in Kitas und sind wir darauf vorbereitet?

Gert Hager: Pforzheim befindet sich in der glücklichen Lage, eine Fachschule für die Erzieher-Ausbildung vor Ort zu haben. Außerdem wurde vor einigen Jahren die so genannte PIA-Ausbildung eingeführt: Hier bekommen die angehenden Erzieherinnen sehr früh eine Bezahlung und dies macht die Ausbildung attraktiver, als in herkömmlicher Form.

Dadurch, dass in den nächsten Jahren viele hundert weitere Plätze in den Kitas geschaffen werden müssen, ist natürlich auch der Fachkräfte-Bedarf enorm hoch. Deshalb müssen wir auch weiterhin Wert auf umfassende Ausbildungskapazitäten legen.

Initiative Pforzheim: Eine grundlegende Frage, die uns häufig von Familien gestellt worden ist, warum Eltern für die Nutzung der Kindergärten bezahlen müssen?

Gert Hager: Eine berechtigte Frage. Im Gegensatz zur Schule ist der Kita-Besuch freiwillig, daher werden hierfür Elternbeiträge erwartet. Diese Elternbeiträge können aber von der Einkommensteuer abgesetzt werden. Während die landesweite Empfehlung von einer Kostenbeteiligung im Umfang von 20 Prozent ausgeht, liegt dieser Satz in Pforzheim bei deutlich geringeren 12 bis 13 Prozent. Der weit überwiegende Kostenanteil – zumeist über 60 Prozent – wird von der Stadt finanziert, den Rest zahlt das Land.

Ich habe dazu eine ganz klare Meinung: Der Kita-Besuch sollte für die Eltern kostenfrei, dafür aber der Besuch verpflichtend sein. Andere Länder machen damit sehr gute Erfahrungen. In keiner Altersphase lernt ein Kind so spielerisch und leicht wie im Kita-Alter. Das sollten wir auch in Deutschland nutzen und die Kinder damit spielerisch (!) auf die Schule vorbereiten. Damit legen wir einen wichtigen Grundstein für eine deutlich höhere Lernbereitschaft für ihr ganzes Leben.

Initiative Pforzheim: Wie stehen Sie zu der Bildung eines Gesamtelternbeirats für alle Pforzheimer Kindertagesstätten?

Gert Hager: Dem stehe ich sehr positiv gegenüber und unterstütze dies. Für die Schulen gibt es das bereits, warum sollte es so einen Beirat dann nicht auch für die Kitas geben? Dadurch hätten Eltern eine andere Vertretungsmöglichkeit, weit über die einzelne Kita hinaus.

Initiative Pforzheim: Ist daran gedacht, in Pforzheim weitere Ganztagsschulen, auch für Grundschüler, einzurichten?

Gert Hager: Fast alle Grundschulen in Pforzheim haben ein offenes Ganztagesangebot, herkömmlich in Hort-Form oder neuerdings in Form der offenen Ganztagesschule.

Dies bedeutet, dass in fast allen Grundschulen – mit Ausnahme der Osterfeld-Grundschule und der Insel-Grundschule – die notwendigen Betreuungszeiten für die Eltern abgedeckt sind. Nur in wenigen kleinen Grundschulen gibt es eine erweiterte Kernzeit, die aber den angemeldeten Bedarf weitgehend abdeckt. Sollte sich hier in der Nachfrage etwas verändern, wird die Stadt entsprechend reagieren.

Initiative Pforzheim: Wie wird die Gemeinschaftsschule an der Nordstadtschule nachgefragt?

Gert Hager: Mit zwei einfachen Worten: Sehr gut! Das pädagogische Angebot in dieser wunderbar sanierten Schule in Verbindung mit einem guten Betreuungsangebot macht die Gemeinschaftsschule in der Nordstadtschule für viele Familien hoch attraktiv.

Initiative Pforzheim: Vor allem viele Eltern in unseren Stadtteilen fragen, ob kleine Grundschulen in Pforzheim erhalten bleiben?

Gert Hager: Für mich gilt hier der einfache Grundsatz: „Kurze Beine, kurze Wege.“ Deshalb macht es keinen Sinn, kleine Schulen wie zum Beispiel in Hohenwart oder Würm aufzugeben und die Schülerinnen und Schüler bereits in jungen Jahren nach Huchenfeld fahren zu lassen. Dazu stehe ich!

Initiative Pforzheim: Wie ist es aktuell in Pforzheim mit der Schulsozialarbeit bestellt?

Gert Hager: Meines Wissens hat die Stadt Pforzheim mit einer Stellenzahl von über 20 Schulsozialarbeitern mit die umfangreichste Schulsozialarbeit, bezogen auf die Einwohnerzahl, in ganz Baden-Württemberg. Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter an unseren Schulen sind sehr gut mit dem jeweiligen Lehrer-Kollegium verbunden und an den Schulen wird in Problemfällen Hand in Hand gearbeitet.

Diese gut durchdachte Arbeit an den Schulen hat unter anderem dazu geführt, dass die Schulabbrecherquote in den letzten Jahren von 11 auf 5 Prozent gesenkt werden konnte. Allein dieser Erfolg spricht für sich. Das ist auch der Grund dafür, dass die Schulsozialarbeit bei der finanzpolitisch notwendigen Sparaktion der Stadt im vergangenen Jahr so gut wie nicht angetastet wurde.

Initiative Pforzheim: Ist daran gedacht, die gemeinsame Beschulung von behinderten und nichtbehinderten Kindern voranzutreiben?

Gert Hager: Dies ist eine politische Vorgabe des Landes und ich halte sie auch grundsätzlich für richtig. Deshalb sollte es für jede Schulart auch inklusionsfähige Schulen in Pforzheim geben, in denen behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam lernen können. In einigen Schulen ist dies bereits heute möglich und wir arbeiten in der Stadtverwaltung weiter an diesem gesellschaftspolitisch wichtigen Thema.

Initiative Pforzheim: Wie gelingt es der Stadt, eine so breite Schullandschaft wie in Pforzheim aufzustellen?

Gert Hager: Die Stadt Pforzheim verfügt über insgesamt 37 Schulen für alle Schulformen. Wir müssen eine entsprechende Auswahl vorhalten mit unterschiedlicher Ausrichtung, denn auch die Begabungen der Kinder und Jugendlichen sind äußerst vielfältig und müssen zielgerichtet gefördert werden.

Ein solches Angebot ist für ein Oberzentrum wie Pforzheim unverzichtbar und richtet sich als Angebot bewusst auch an die Kommunen im Umland. Denn es ist eine gelebte Erfahrung, dass dort, wo die Kinder zur Schule gehen, auch die Familien ihren Mittelpunkt fürs Einkaufen, für die Kultur und vieles andere mehr sehen.

Initiative Pforzheim: Herr Hager, wir bedanken uns für das Interview.

Initiative Pforzheim stellt sich vor.

Im Rahmen der Ankündigung von Oberbürgermeister Gert Hager für eine weitere Kandidatur als Oberbürgermeister hat sich heute die Initiative Pforzheim vorgestellt. Sie sieht sich als parteienunabhängige Gruppe von Bürgern aus allen Gesellschafts- und Altersschichten, die Pforzheim auf dem richtigen Weg sehen und die Kandidatur von Gert Hager unterstützen.

Von links: Wolf-Dieter Späth, OB Gert Hager, Anne-Marie Berg, Gustl Weber

Die Initiative Pforzheim sieht zusammen mit Gert Hager sechs zentrale Schwerpunkte:

  • Wirtschaftliche Entwicklung der Stadt
  • Wohnraumversorgung
  • Sicherheit und Sauberkeit
  • Integration
  • Innenstadtentwicklung
  • Bildung und Betreuung

Zu diesen und weiteren Themen befinden sich Inhalte in der Bearbeitung. Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen unsere Vorschläge an dieser Stelle veröffentlichen und präsentieren. Sie sind herzlich eingeladen, unsere Vorschläge zu kommentieren und an unserer Initiative teilzunehmen.